Klein Vielist

Der kleine Ort zwischen Alt Falkenhagen und Vielist war ursprünglich eine Glashütte. Die erste Glashütte wurde 1718 von Baron von Erlenkamp auf Vielist durch Glashüttenmeister Friedrich Gundlach angelegt. Sie bestand bis 1732. Unter von Meyen auf Vielist wurde 1772 erneut eine Glashütte eingerichtet, die bis 1818 bestand. Glashüttenmeister war von Strecker.
Noch in den 1930er Jahren gab es ein Gutshaus, mehrere Bauernhäuser, Arbeiterkaten, je einen Kuh-, Pferde und Schweinestall, ein Gebäude für Wagen und Geräte sowie einge große Getreidescheune. Die Einwohner waren Tagelöhner, die überwiegend als Bauern Kartoffeln und Getreide anbauten. Sie bekamen Diputatgetreide für das eigene Vieh (Hühner, Schweine) und Gärten für die Selbstversorgung. Auch einen Schmied gab es. Die Kinder gingen im nahe gelegenen Alt Falkenhagen zur Schule. Einige Einwohner arbeiteten die Woche über in den Städten und kamen nur am Wochenende nach Hause.
Die Gutsbesitzer Hasenkamp wurden 1945 enteignet.
Nach 1945 wurde das Gut mit Flüchtlingsfamilien aufgesiedelt. Im Gutshaus wohnten damals 5 Familien mit insgesamt 16 Personen. Der Schweinestall wurde zu Wohnungen umbebaut und bot 20 Personen Heimstatt. Regelmäßig kam ein Bäckerwagen, ansonsten wurde in Waren eingekauft. Der Bahnhof bei Neu Schönau, heute an der stillgelegten Bahnlinie kaum noch als Haltepunkt zu erkennen, war eine wichtige Verkehrsanbindung für die umliegenden Dörfer. Von hier gab es täglich 4 Zugverbindungen nach Waren und 3 nach Malchin.
1953 wurden mit der "Verordnung über die Bewirtschaftung freier Betriebe und Flächen und die Schaffung von Betrieben der örtlichen Landwirtschaft" neue Agrarbetriebe geschaffen (Örtliche Landwirtschaftsbetriebe, ÖLB). Auch das Gut Klein Vielist wurde zum ÖLB, später gehörte es zur VEG Schwenzin.
Erst in den 1953/54 bekam der Ort Strom. Nach und nach zogen die Einwohner jedoch weg. Schließlich wurde der Ort aufgegeben. Die VEG hatte kein Interesse am Erhalt des Gutes. Die letzten Bewohner zogen in die umliegenden, besser erschlossenen Ortschaften oder wurden umgesiedelt. Das noch brauchbare Baumaterial aus den Gebäuden wurde abgebaut oder entwendet. Die letzten Gebäudereste wurden in den 1970er Jahren mit einem Bagger zusammengeschoben.
Heute zeugen nur die noch ehemalige Getreidescheune, ein Transformatorhäuschen und alte Fundamente von der Existenz des malerischen Ortes.

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