Moore

Ein Netz von Flusstalmooren durchzieht Mecklenburg-Vorpommern

Noch vor 10.000 Jahren bedeckte eine mächtige Eiskappe den Ostseeraum. Mit zunehmender Erwärmung taute das Eis ab. Die Schmelzwässer bahnten sich bis zu 3 km breite Täler in die Landschaft, in denen sich heute ausgedehnte Flusstalmoore erstrecken.

Das Eis der letzten Kaltzeit, der Weichselkaltzeit, war vor ca. 8.000 Jahren fast vollständig abgetaut. Der Meeresspiegel und das Grundwasser stiegen an. Am Talrand traten aus grundwasserführenden Schichten, die von eiszeitlichen Schmelzwässern angeschnitten wurden, Quellen aus. Nässeliebenden Pflanzen siedelten sich an und bildeten Torf. So entstanden an den Talrändern Quellmoore.

Unterhalb der Quellmoore entwickelte sich ein Durchströmungsmoor. Es wurde vom ständig anhaltenden Grundwasserstrom gespeist. Die aufwachsenden Torfe sind gering zersetzt und „schwammsumpfig“. Sie sind in der Lage, ein erhöhtes Wasserangebot aufzunehmen. Dabei dehnt sich der gesamte Moorkörper elastisch aus. Diese „Schwamm“-Funktion Moore ist sehr wichtig für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt der Landschaft.

Ein schmaler Bereich direkt am Fluss entwickelte sich zu einem Überflutungsmoor. Zeitweilige Überschwemmungen kennzeichnen diesen Moortyp. Die gebildeten Torfe sind höher zersetzt und mineralreich. Aufgrund der hohen Nährstofffracht des Flusses wachsen hier vor allem Schilfröhrichte und Großseggenriede.

Regenmoore werden nur von Niederschlag gespeist. Sie sind nährstoffärmer als alle anderen Moortypen. Hier wachsen Torfmoose, Zwergsträucher und Wollgras.

Wollgras1

Unter besonderen Bedingungen kann ein Regenmoor auch auf einem Durchströmungsmoor aufwachsen. Werden beim Durchfließen der Torfe genügend Nährstoffe aus dem Grundwasser gefiltert, können sich Torfmoosem ansiedeln, die aus dem Grundwassereinfluss heraus wachsen und nur noch vom Niederschlag gepeist werden. Ein Beispiel dafür ist das Grenztalmoor bei Tribsees.